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Kostenlose KI-Telefonassistenten: was sie können und wo die Arbeit anfängt

Einen KI-Telefonassistenten gibt es inzwischen gratis. Was die kostenlosen Angebote übernehmen, was sie offenlassen, und warum der Aufwand nicht in den Minuten steckt, sondern im Einrichten und Anbinden.

Attila Arndt
Attila Arndt

Triple A Digital, Köln · · 4 Min. Lesezeit

Für wen
Betriebe, die überlegen, einen kostenlosen KI-Telefonassistenten einzusetzen.
Was du danach kannst
Wissen, was ein Gratis-Assistent dir abnimmt, und was du selbst einrichten musst, bevor er dir Arbeit spart.
Stand
Oktober 2026
Kurz gesagt

Die Minuten sind fast umsonst geworden, die Arbeit nicht. Einen KI-Telefonassistenten gibt es inzwischen kostenlos: sipgate verschenkt die Basisversion seines Assistenten mit 500 Minuten im Monat.1 Was Zeit und Geld kostet, passiert vorher: festlegen, was der Assistent sagen darf, wann er an einen Menschen übergibt, und wie die Anliegen dort ankommen, wo sie bearbeitet werden. Eine Bitkom-Umfrage zu KI im Unternehmen allgemein zeigt dieselbe Richtung: Die Integration nennen dort fast doppelt so viele KI-Anwender als großen Kostenpunkt wie die Lizenz.2

Einen KI-Telefonassistenten gibt es jetzt kostenlos

Einen KI-Telefonassistenten gibt es inzwischen kostenlos. sipgate hat am 22. September 2026 „sona“ vorgestellt, einen KI-Telefonagenten für kleine und mittlere Unternehmen. Die Basisversion ist dauerhaft kostenlos und enthält 500 Minuten im Monat.13

Basisversion
0 €1
dauerhaft kostenlos
Minuten im Monat
5001
in der Basisversion enthalten
Start
22.09.20261
sipgate „sona“

Die Begründung des Anbieters ist bemerkenswert: Ein solcher Agent solle „genauso selbstverständlich sein wie früher ein Anrufbeantworter“.1 Am Preis für den Assistenten muss ein erster Versuch nicht mehr scheitern. Die Frage ist nicht mehr, ob du dir einen leisten kannst, sondern ob er bei dir etwas Sinnvolles tut.

Was ein kostenloser KI-Telefonassistent übernimmt

Laut sipgate nimmt sona Anrufe an, kann auf Kundendatenbanken (CRM, also die Programme, in denen Kontakte und Vorgänge liegen) zugreifen und übergibt Gespräche samt Kontext an Mitarbeitende. Er soll auf eigenen Servern in Deutschland laufen, mit selbst betriebenen KI-Modellen.1 Das sind Angaben des Anbieters, geprüft habe ich sie nicht.

Welche dieser Funktionen in der kostenlosen Stufe stecken, steht in den Tarifbedingungen — lies sie, bevor du planst. In der Ankündigung werden zumindest die sogenannten MCP-Anbindungen (eine Schnittstelle, über die der Assistent andere Programme ansteuert) als bezahlte Funktion genannt.1 Für einen ersten Versuch dürfte die Gratisstufe trotzdem reichen: Du hörst, wie ein Assistent an deinem Telefon klingt und wie Anrufer auf ihn reagieren.

Wo die Arbeit anfängt: drei Dinge, die kein Tarif mitliefert

Ein Assistent, der freundlich abhebt und „Ich gebe das weiter“ sagt, ist ein besserer Anrufbeantworter. Arbeit spart er erst, wenn er weiß, was er sagen darf, und wenn das, was er aufnimmt, ohne Abtippen weiterläuft. Das Folgende ist meine Einschätzung und Empfehlung, keine Liste aus einer Studie.

Was du vor dem Start festlegen musst
  1. 01
    Was er sagen darfWelche Fragen beantwortet er selbst, welche mit einem festen Satz, welche gar nicht? Preise, Termine und Zusagen sind die heiklen Stellen.
  2. 02
    Wann er übergibtBei welchen Anliegen soll sofort ein Mensch übernehmen, bei welchen reicht ein Rückruf? Und wer bekommt die Übergabe, wenn du selbst nicht da bist?
  3. 03
    Wo das Anliegen landetEin Termin gehört in den Kalender, eine Anfrage ins Postfach oder in dein Branchenprogramm. Solange jemand das Anliegen von Hand überträgt, hast du nur die Arbeit verschoben.
Kein Tarif nimmt dir diese drei Schritte ab, weil nur du weißt, wie dein Betrieb arbeitet.

Beim ersten Schritt lohnt sich besondere Sorgfalt. Das Oberlandesgericht Hamm hat einem Unternehmen die falschen Angaben seines Chatbots zugerechnet, nach Wettbewerbsrecht.4 Mehr dazu im Beitrag Wenn dein Chatbot etwas Falsches sagt, hast du es gesagt. Über Telefonassistenten hat das Gericht nicht entschieden. Ich würde vorsichtshalber denselben Maßstab anlegen.

Was Unternehmen an KI wirklich Geld kostet

Ob die Kosten eher im Anbinden stecken oder in der Lizenz, lässt sich an Zahlen ablesen. Der Digitalverband Bitkom hat 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten befragt und die KI-Anwender unter ihnen gefragt, was für sie ein großer Kostenpunkt ist.2

Integration
41 %2
in bestehende Systeme
Lizenzen
21 %2
für die KI-Software selbst
Tokenverbrauch
8 %2
nach Textmenge abgerechnet

Die Lizenz ist selten der große Posten, das Anbinden fast doppelt so oft. Noch häufiger genannt wurden Infrastruktur (51 %) und Datenaufbereitung (50 %).2 In der Mitteilung des Bitkom heißt es dazu: „Wer nur eine Lizenz kauft, hat KI eingekauft, aber noch nichts verändert.“2

Eine Einschränkung gehört dazu: Die Umfrage gilt für KI im Unternehmen allgemein, nicht nur für Telefonassistenten, und sie fragt Firmen ab 20 Beschäftigten. Ob die Verteilung bei einem kleinen Betrieb genauso aussieht, sagt sie nicht. Von den Unternehmen, die KI noch nicht nutzen, nennen 63 % schwer kalkulierbare Kosten als Hemmnis.2

Gratis-Tarif oder eingerichteter Assistent?

Ein kostenloser Tarif ist ein guter Anfang, um auszuprobieren. Ob er reicht, hängt davon ab, was nach dem Anruf passieren soll.

Zwei Wege zum KI-Telefonassistenten
Nur der TarifNimmt Anrufe an, so wie der Anbieter es voreingestellt hat.
Tarif plus EinrichtungNimmt Anrufe an und weiß, welche Fragen er beantworten darf und welche nicht.
Nur der TarifWas er aufnimmt, trägst du von Hand weiter.
Tarif plus EinrichtungTermine, Anfragen und Rückrufe landen dort, wo du ohnehin arbeitest.
Nur der TarifÜbergibt so, wie der Tarif es vorsieht.
Tarif plus EinrichtungÜbergibt nach deinen Regeln an die Person, die zuständig ist.
Nur der TarifKostet zum Ausprobieren nichts.
Tarif plus EinrichtungBraucht einmal Zeit, bis Abläufe und Anbindungen stehen.
Meine Einordnung, keine Bewertung eines bestimmten Anbieters.

Ausprobieren kostet nichts mehr, Einsparen kostet Vorbereitung. Wer nur wissen will, ob Anrufer mit einer KI sprechen mögen, fängt mit dem Gratis-Tarif an. Wer Zeit sparen will, plant die drei Schritte oben gleich mit.

Bevor der Assistent den ersten Anruf annimmt

Ein paar Dinge gehören vor den Start, egal ob kostenlos oder bezahlt. Wer anruft, sollte erfahren, dass eine KI am Telefon ist; was die KI-Verordnung dazu verlangt, steht im Beitrag über die Kennzeichnungspflicht nach Artikel 50. Und sobald der Assistent auf Kalender oder Kundendaten zugreift, stellt sich die Frage, wie weit seine Rechte reichen — dazu der Beitrag über vier Fragen, bevor ein KI-Agent loslegt.

Vor dem ersten echten Anruf
  • Tarifbedingungen gelesen: Welche Funktionen und Anbindungen sind in deiner Stufe enthalten?
  • Festgelegt, welche Fragen der Assistent beantworten darf und welche nicht
  • Selbst angerufen, die heiklen Fragen gestellt und die Antworten angehört
  • Geregelt, wann und an wen er übergibt
  • Ansage eingebaut, dass hier eine KI spricht
  • Zugriff auf Kalender und Kundendaten nur so weit, wie der Ablauf ihn braucht
Kontakt

Wenn du einen KI-Telefonassistenten ausprobierst oder planst und wissen willst, wie die Anrufe bei dir dort ankommen, wo du arbeitest: Schreib mir, wie deine Anrufe heute laufen. Dann schauen wir, welche der drei Schritte bei dir die Arbeit machen.

Quellen

  1. 1sipgate: Kostenloser KI-Telefonassistent sipgate sona (22.09.2026) · abgerufen am 28.09.2026
  2. 2Bitkom: Presseinformation zur Studie „KI in der Wirtschaft“ (14.09.2026) · abgerufen am 28.09.2026
  3. 3mobiFlip: sipgate startet KI-Telefonagent sona (22.09.2026) · abgerufen am 28.09.2026
  4. 4OLG Hamm, Urteil vom 12.05.2026, 4 UKl 3/25 (Volltext, NRWE) · abgerufen am 23.09.2026
Fragen dazu

Kurz beantwortet

Gibt es einen KI-Telefonassistenten wirklich kostenlos?

Ja. sipgate bietet seit dem 22. September 2026 die Basisversion seines KI-Telefonagenten „sona“ dauerhaft kostenlos an, mit 500 Inklusivminuten im Monat. Welche Funktionen und Anbindungen in dieser Stufe enthalten sind, steht in den Tarifbedingungen des Anbieters.

Was kostet an einem KI-Telefonassistenten dann noch Geld?

Vor allem das Einrichten und Anbinden. In einer Bitkom-Umfrage unter 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten nennen 41 Prozent der KI-Anwender die Integration in bestehende Systeme als großen Kostenpunkt, aber nur 21 Prozent die Lizenzen. Die Umfrage gilt für KI allgemein, nicht nur für das Telefon.


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Attila Arndt

Attila Arndt · Triple A Digital, Köln

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