- Für wen
- Betriebe, die überlegen, einen kostenlosen KI-Telefonassistenten einzusetzen.
- Was du danach kannst
- Wissen, was ein Gratis-Assistent dir abnimmt, und was du selbst einrichten musst, bevor er dir Arbeit spart.
- Stand
- Oktober 2026
Die Minuten sind fast umsonst geworden, die Arbeit nicht. Einen KI-Telefonassistenten gibt es inzwischen kostenlos: sipgate verschenkt die Basisversion seines Assistenten mit 500 Minuten im Monat.1 Was Zeit und Geld kostet, passiert vorher: festlegen, was der Assistent sagen darf, wann er an einen Menschen übergibt, und wie die Anliegen dort ankommen, wo sie bearbeitet werden. Eine Bitkom-Umfrage zu KI im Unternehmen allgemein zeigt dieselbe Richtung: Die Integration nennen dort fast doppelt so viele KI-Anwender als großen Kostenpunkt wie die Lizenz.2
Einen KI-Telefonassistenten gibt es jetzt kostenlos
Einen KI-Telefonassistenten gibt es inzwischen kostenlos. sipgate hat am 22. September 2026 „sona“ vorgestellt, einen KI-Telefonagenten für kleine und mittlere Unternehmen. Die Basisversion ist dauerhaft kostenlos und enthält 500 Minuten im Monat.13
Die Begründung des Anbieters ist bemerkenswert: Ein solcher Agent solle „genauso selbstverständlich sein wie früher ein Anrufbeantworter“.1 Am Preis für den Assistenten muss ein erster Versuch nicht mehr scheitern. Die Frage ist nicht mehr, ob du dir einen leisten kannst, sondern ob er bei dir etwas Sinnvolles tut.
Was ein kostenloser KI-Telefonassistent übernimmt
Laut sipgate nimmt sona Anrufe an, kann auf Kundendatenbanken (CRM, also die Programme, in denen Kontakte und Vorgänge liegen) zugreifen und übergibt Gespräche samt Kontext an Mitarbeitende. Er soll auf eigenen Servern in Deutschland laufen, mit selbst betriebenen KI-Modellen.1 Das sind Angaben des Anbieters, geprüft habe ich sie nicht.
Welche dieser Funktionen in der kostenlosen Stufe stecken, steht in den Tarifbedingungen — lies sie, bevor du planst. In der Ankündigung werden zumindest die sogenannten MCP-Anbindungen (eine Schnittstelle, über die der Assistent andere Programme ansteuert) als bezahlte Funktion genannt.1 Für einen ersten Versuch dürfte die Gratisstufe trotzdem reichen: Du hörst, wie ein Assistent an deinem Telefon klingt und wie Anrufer auf ihn reagieren.
Wo die Arbeit anfängt: drei Dinge, die kein Tarif mitliefert
Ein Assistent, der freundlich abhebt und „Ich gebe das weiter“ sagt, ist ein besserer Anrufbeantworter. Arbeit spart er erst, wenn er weiß, was er sagen darf, und wenn das, was er aufnimmt, ohne Abtippen weiterläuft. Das Folgende ist meine Einschätzung und Empfehlung, keine Liste aus einer Studie.
- 01Was er sagen darfWelche Fragen beantwortet er selbst, welche mit einem festen Satz, welche gar nicht? Preise, Termine und Zusagen sind die heiklen Stellen.
- 02Wann er übergibtBei welchen Anliegen soll sofort ein Mensch übernehmen, bei welchen reicht ein Rückruf? Und wer bekommt die Übergabe, wenn du selbst nicht da bist?
- 03Wo das Anliegen landetEin Termin gehört in den Kalender, eine Anfrage ins Postfach oder in dein Branchenprogramm. Solange jemand das Anliegen von Hand überträgt, hast du nur die Arbeit verschoben.
Beim ersten Schritt lohnt sich besondere Sorgfalt. Das Oberlandesgericht Hamm hat einem Unternehmen die falschen Angaben seines Chatbots zugerechnet, nach Wettbewerbsrecht.4 Mehr dazu im Beitrag Wenn dein Chatbot etwas Falsches sagt, hast du es gesagt. Über Telefonassistenten hat das Gericht nicht entschieden. Ich würde vorsichtshalber denselben Maßstab anlegen.
Was Unternehmen an KI wirklich Geld kostet
Ob die Kosten eher im Anbinden stecken oder in der Lizenz, lässt sich an Zahlen ablesen. Der Digitalverband Bitkom hat 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten befragt und die KI-Anwender unter ihnen gefragt, was für sie ein großer Kostenpunkt ist.2
Die Lizenz ist selten der große Posten, das Anbinden fast doppelt so oft. Noch häufiger genannt wurden Infrastruktur (51 %) und Datenaufbereitung (50 %).2 In der Mitteilung des Bitkom heißt es dazu: „Wer nur eine Lizenz kauft, hat KI eingekauft, aber noch nichts verändert.“2
Eine Einschränkung gehört dazu: Die Umfrage gilt für KI im Unternehmen allgemein, nicht nur für Telefonassistenten, und sie fragt Firmen ab 20 Beschäftigten. Ob die Verteilung bei einem kleinen Betrieb genauso aussieht, sagt sie nicht. Von den Unternehmen, die KI noch nicht nutzen, nennen 63 % schwer kalkulierbare Kosten als Hemmnis.2
Gratis-Tarif oder eingerichteter Assistent?
Ein kostenloser Tarif ist ein guter Anfang, um auszuprobieren. Ob er reicht, hängt davon ab, was nach dem Anruf passieren soll.
Ausprobieren kostet nichts mehr, Einsparen kostet Vorbereitung. Wer nur wissen will, ob Anrufer mit einer KI sprechen mögen, fängt mit dem Gratis-Tarif an. Wer Zeit sparen will, plant die drei Schritte oben gleich mit.
Bevor der Assistent den ersten Anruf annimmt
Ein paar Dinge gehören vor den Start, egal ob kostenlos oder bezahlt. Wer anruft, sollte erfahren, dass eine KI am Telefon ist; was die KI-Verordnung dazu verlangt, steht im Beitrag über die Kennzeichnungspflicht nach Artikel 50. Und sobald der Assistent auf Kalender oder Kundendaten zugreift, stellt sich die Frage, wie weit seine Rechte reichen — dazu der Beitrag über vier Fragen, bevor ein KI-Agent loslegt.
- Tarifbedingungen gelesen: Welche Funktionen und Anbindungen sind in deiner Stufe enthalten?
- Festgelegt, welche Fragen der Assistent beantworten darf und welche nicht
- Selbst angerufen, die heiklen Fragen gestellt und die Antworten angehört
- Geregelt, wann und an wen er übergibt
- Ansage eingebaut, dass hier eine KI spricht
- Zugriff auf Kalender und Kundendaten nur so weit, wie der Ablauf ihn braucht
Wenn du einen KI-Telefonassistenten ausprobierst oder planst und wissen willst, wie die Anrufe bei dir dort ankommen, wo du arbeitest: Schreib mir, wie deine Anrufe heute laufen. Dann schauen wir, welche der drei Schritte bei dir die Arbeit machen.
Quellen
- 1sipgate: Kostenloser KI-Telefonassistent sipgate sona (22.09.2026) · abgerufen am 28.09.2026
- 2Bitkom: Presseinformation zur Studie „KI in der Wirtschaft“ (14.09.2026) · abgerufen am 28.09.2026
- 3mobiFlip: sipgate startet KI-Telefonagent sona (22.09.2026) · abgerufen am 28.09.2026
- 4OLG Hamm, Urteil vom 12.05.2026, 4 UKl 3/25 (Volltext, NRWE) · abgerufen am 23.09.2026
